Navigation

Departmentkolloquium

Am Dienstag, den 21. Mai 2019, findet das nächste Departmentkolloquium statt, zu dem Sie herzlich eingeladen sind. Vortragen werden Dr. Stefan T. Kamin zum Thema „Profitieren kognitive Fähigkeiten von der Internetnutzung im höheren Lebensalter?“ und Dr. Anna-Carlotta Zarski zum Thema „Digital Sexual Health: Online-Behandlung für Frauen zur Bewältigung von Schwierigkeiten und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr“

Ort: Nägelsbachstr. 49b, 91052 Erlangen, Raum 02.219

Zeit: 18.15 – 19.45

Im Anschluss an die Vorträge laden wir zu Gesprächen in ungezwungener Atmosphäre ein. Vielen Dank an die FSI Psychologie für das Bereitstellen von Getränken und kleinen Snacks.

Abstracts:

Profitieren kognitive Fähigkeiten von der Internetnutzung im höheren Lebensalter?
Empirische Befunde im Forschungsfeld „Alter(n) und Technik“ zeigen, dass kognitive Fähigkeiten mit der Nutzung von digitaler Technik und Anwendungen assoziiert sind. Diese Arbeiten basieren jedoch auf Querschnittsdaten. Wenig ist bekannt über die wechselseitige Beziehung zwischen kognitiven Veränderungen und der alltäglichen Nutzung von digitaler Technik. Der vorliegende Beitrag untersucht die longitudinale Beziehung zwischen kognitiven Fähigkeiten und der Internetnutzung im Alter. Nutzen ältere Menschen mit besseren kognitiven Fähigkeiten eher das Internet? Und inwiefern können kognitive Fähigkeiten von der Internetnutzung profitieren? Zur Beantwortung dieser Fragen wurden zwei Erhebungswellen des SHARE Datensatzes (2013 und 2015) mit insgesamt 29,576 Personen ab 50 Jahren (M = 66.47; SD = 9.55) aus 14 europäischen Ländern ausgewertet. Die Befunde des Cross-Lagged-Panel-Designs weisen auf eine wechselseitige Beziehung hin: Kognitive Fähigkeiten waren mit einer höheren
Wahrscheinlichkeit der Internetnutzung über einen Zeitraum von zwei Jahren assoziiert; und die Internetnutzung hatte einen positiven Effekt auf kognitive Veränderungen über die Zeit. Diese Befunde zeigen, dass die zunehmende Digitalisierung mit Potentialen für die kognitive Plastizität im höheren Lebensalter einhergehen kann. Der Beitrag schließt mit einem Ausblick auf weitere Analysen, die sich mit der Frage beschäftigen, inwiefern der Einfluss der Internetnutzung auf kognitive Fähigkeiten durch eine „Umweltreichhaltigkeit“ im Sinne der Umwelt-Proaktivitätshypothese vermittelt wird.

Digital Sexual Health: Online-Behandlung für Frauen zur Bewältigung von Schwierigkeiten und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Schwierigkeiten und Schmerzen bei gewünschtem Geschlechtsverkehr stellen eine enorme Belastung für betroffene Frauen dar. Beeinträchtigungen zeigen sich insbesondere in dem sexuellen Funktionsniveau, der sexuellen aber auch allgemeinen Zufriedenheit und der Paarbeziehung. Dennoch ist das Angebot an Behandlungsmöglichkeiten in der Versorgungslandschaft begrenzt und auch die Inanspruchnahme existierender Behandlungen eingeschränkt, insbesondere durch Schamgefühle und Angst vor Stigmatisierung. Ziel der folgenden Studien war es deshalb, ein internetbasiertes Behandlungsangebot für die Schmerz-Penetrationsstörung bei Frauen zu entwickeln, das anonym, zeit- und ortsunabhängig verfügbar ist, und dessen kurz- und langfristige Wirksamkeit und Akzeptanz zu evaluieren. Zu Evaluationszwecken und iterativer Verbesserung des begleiteten internetbasierten Selbsthilfeprogramms wurde zunächst eine erste randomisiert-kontrollierte Proof-of-Concept Studie durchgeführt. Nach Überarbeitung wurde das Programm anschließend in einer randomisiert-kontrollierten Studie an 200 betroffenen Frauen evaluiert sowie eine qualitative Fallstudie durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass eine begleitete internetbasierte Intervention ein effektiver und akzeptierter Therapieansatz für alle Symptomdimensionen der Schmerz-Penetrationsstörung sein und zur Überwindung von Barrieren der Inanspruchnahme von Therapie für sexuelle Funktionsstörungen beitragen kann. Ergebnisse, Learnings und weiterführende Forschung werden präsentiert.